Warum ist es so schwer, gut zu sich zu sein?

 Natürlich musste gestern die Periode ballern. Mitten im Warenlager, mitten in einer AQL Prüfung, mitten in Belgien. What the hell.

Die PMS Gedanken im letzten Post waren ja auch zu gut, um wahr zu sein. Aber wenn man schonmal dabei ist, kann man ja auch direkt weitermachen, oder nicht?

Gestern auf der Hinfahrt zu einem kurzen Arbeitsausflug kam mir der Gedanke (wie so oft zuvor), warum es mir wohl so schwer fällt, gut zu mir zu sein? Diese Frage habe ich auch schon vor einigen Jahren in der Therapie bis zum Erbrechen durchgekaut und leider Gottes, habe ich nie eine Antwort erhalten. Weder durch mein eigenes Hirn, noch durch die Führung des Therapeuten.

Verdiene ich es nicht? Naja... die Therapie hatte zumindest schon den Erfolg, dass ich mir denke, jeder der mich mies behandelt, solle doch bitte Scheiße fressen. (Weshalb ich übrigens auch sofort austicke, wenn man mich verbal angreift :D ) Unterbuttern lasse ich mich nicht mehr, aber es gibt noch Momente, da bin ich völlig überfordert und lieber kleinlaut, als mich zu wehren. Wobei ich hier auch sagen muss, dass es jedem anderen Menschen genauso ergehen würde.

Habe ich nie gelernt, gut zu mir zu sein?.....Bingo, Bongo? Ich glaube irgendwo, dass es so ist. Wenn man von Eltern erzogen wird, die selber nie gelernt haben, gut zu sich zu sein und hoffen irgendwie zu überleben, nur um sich danach zu knechten... Eine Essstörung kann vererbt werden, oder?

Übertreibe ich schlichtweg und habe zu große Erwartungen an mich, wie ich sein soll? Eh...ja auch das. Auch das. Wobei mein eigenes Ideal nicht das Ideal vieler ist. Sondern meines. Aber es ist anders als das, das ich jetzt bin. Mein jetziges Ich mag natürlich das Ideal einer anderen Person sein, aber wenn ich mich unwohl fühle, mich nicht gerne anschaue und schon einmal mein Ideal erreicht habe, aber nicht halten konnte, dann ... kann man doch darauf hinarbeiten?

Die Frage, ob man mich dahin drangsaliert hat, dass ich nicht gut zu mir bin (aka: es wurde mir konstant eingeredet, dass ich Scheiße bin), übergehe ich an diesem Punkt. Das habe ich verarbeitet, ich weiß, dass es nicht stimmt und nein, ich fühle es auch nicht mehr. (Thank God)

Ja, idk. Ich liege also lieber faul auf der Couch und fresse fast food, anstatt mich zu bewegen, gesund zu essen und mich dahingehend besser zu fühlen. Ich WEIß, dass es mir mit mehr Bewegung und besserem Essen auch entsprechend besser geht. But why can't I just...go? And do that? :D

Nein, es gibt den inneren Schweinehund nicht. Braucht mir auch keiner einreden. Es gibt ihn nicht. Es gibt den inneren Kritiker, dein inneres Teufelchen, das dich nur davor schützen möchte, noch weiter verletzt zu werden und dich somit in deinen alten, bequemen Mustern hält. Die haben dich bis dato ja auch gut behütet und beschützt, ne? Das Neue da draußen, das, was du noch nicht kennst, das KÖNNTE ja weh tun. Das könnte dich ja aus deiner geschützten Umgebung ziehen und dich überfordern, dir weh tun, dich zum Scheitern bringen und zwingen. Auch, wenn das Neue da draußen  dir gut tun würde.

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